Kindergesicherte Verpackungen

Jedes Jahr gibt es allein in Deutschland bis zu 200.000 Haushaltsunfälle mit Vergiftungen bei Kleinkindern von denen etwa 15.000 ärztlich behandelt werden müssen und unter denen alljährlich eine unbekannte Anzahl von Todesfällen zu beklagen ist. Während etwa 60% dieser Unfälle durch Medikamente entstehen, lassen sich etwa 40% auf Haushaltsprodukte wie Reinigungsmittel oder ähnliches zurückführen.
 
Zahlreiche Medikamente und Produkte wie Reiniger, Säuren¸ Laugen, Brennstoffe oder Erzeugnisse des Gartenbedarfs sind zwar wegen ihrer Wirksamkeit unverzichtbar, können aber bei Kindern unter Umständen zu Gesundheitsschäden führen. Auch wenn die meisten in Haushalten gängigen Produkte nicht zur Kategorie gesundheitsgefährdender Erzeugnisse zählen, kann eine Einnahme durch Kleinkinder auf Kind und Erzieher traumatische Auswirkungen haben.
 
Kleinkinder schützen!
 
Aus diesem Grunde werden kindergesicherte Verpackungen entwickelt, die verhindern sollen, dass Kleinkinder in Kontakt mit den Inhalten kommen. Eine 100%ige Sicherheit kann und soll nicht gewährleistet werden, da die Verpackungen von Erwachsenen bequem zu öffnen sein müssen. Auch sollen die Eltern und andere Erwachsene nicht aus Ihrer Verantwortung gegenüber Kleinkindern entlassen werden. Vielmehr stellt die Kindersicherung nur eine letzte Barriere dar, wenn sämtliche anderen Vorsichts- und Schutzmaßnahmen nicht gegriffen haben.

Kindergesicherte Verpackungen prüfen
 
Kindergesicherte Verpackungen müssen vor ihrer Verwendung geprüft werden. Ein Öffnungsmechanismus, der auf einem Trick beruht, oder bestimmte Verpackungskomponenten sind kein ausreichender Beleg dafür, dass Kleinkindern die Öffnung der Verpackung nicht doch gelingt. Es gibt scheinbar kindergesicherte Verpackungen, die in ihrer Schutzfunktion versagen und die Kleinkinder vergleichsweise schnell öffnen können. Die Anzahl der Eigenschaften, die die kindergesicherte Funktionsweise beeinträchtigen, ist groß, bei jedem Verpackungstyp verschieden und nicht immer überschaubar. Die Möglichkeit der Beurteilung der fehlerfreien Funktion der Verpackung besteht mit der Anwendung eines international anerkannten Prüfverfahrens als Grundlage der Zertifizierung von kindergesicherten Verpackungen.

Weltweit gibt es heute viele unterschiedliche Verpackungstypen, die auf der Grundlage einer Prüfung als kindersicher anerkannt werden. Wie Studien in den USA gezeigt haben, hat die Häufigkeit der Einnahme gesundheitsschädlicher Produkte seit Einführung von geprüften kindergesicherten Verpackungen deutlich abgenommen. Es besteht also kein Zweifel daran, dass die Verpackungen dabei einen positiven Beitrag geleistet haben und weiter leisten.